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NGORONGORO

Ngoro Ngoro

 Artistweekend Berlin
  04/ 2015

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Mai im Januar                                                       

Schaufenster                                                     

01/ 2015                                                            

www.schau-fenster.info

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MOVE FORWARD I + II                                       Maximum Self Part 2,  

05/ 2014                                                Heldart-09/2013

09/ 2014 Kreuzberg Pavillon                             www.heldart.com

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ff / what is your prophecy for the future?

in The Wand

09/ 2013

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Künstlerhaus Bethanien                                             Autocenter

Tarantel1                                            " The Legend of the Shelves",

11.04.2013- 05.05.2013                                             15.03.2013- 06.04.2013,

www.bethanien.de

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Last Order II

Heldart - 09.2012

http://www.heldart.de/past/heute-8/

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More about:

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Das Anschlagsopfer Motorrad, 27 jährig,

verbrannt,

like the three dark-dirty and the gorgeous-thrilling

voluminous voices,

Großstimmen,

auch das Sexualopfer,

um seine Zukunft gebracht.

27 jährig alle.

Portraits ihres Todes,

einander überlagernd, eins gewordene Zeichen,

zwischen den Augen der marxistischen Mystikerin,

die jung verbrannte an der physischen Authentizität ihrer Gedanken.

 

Krawatte, ups,

tomber par terre,

étalong stop et perdu,

zum prophetischen Zeichen

erstarrt Waffe wie Schrift

            Rache.

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Motorrad, Krawatte, Portrait, SM

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Motorrad:

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Ein gefundenes Motorrad, Opfer eines Brandanschlages und in allen seinen Funktionen zerstört, habe ich für meine künstlerische Arbeit wiederbelebt. Die aus ihm generierten Arbeiten heißen LAZARUS-X.

Gemäß seiner früheren Funktion der Mobilität, wird es als Objekt selbst zum Reisenden, in jeweils anderer Gestalt und variierenden Kombinationen. (siehe z.B. Arbeit „Lazarus Laocoon“, in der ihm Siebdrucke fallengelassener Krawatten anbei gestellt werden)

Das zerstörte Motorrad ist ebenfalls Motiv diverser Siebdruckarbeiten, die wiederum häufig mit anderen Motiven/ Themen kombiniert werden.

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Krawatten:

Fallende, geworfene Krawatten, in der zufälligen Form ihres Aufpralls fixiert, werden Gegenstand verschiedener Werkgruppen..

-Einzelne Exemplare anspielend auf Duchamps „Stoppage Étalon“ werden zu in Bronze gegossenen Skulpturen.

-Siebdrucke als All-Over-Struktur, generieren sich aus den Fotos, die das Bildresultat einer mehrstündigen Wurfperformance festhalten.

-In prozesshaftem Sprayen dienen sie als Schablone und leihen ihre situative Form dabei als Negativ aus, in dessen positiven ausgesparten Flächen sich verschieden präparierte Untergründe zeigen. In der Arbeitsreihe aus Papier überlagern sie Siebdrucke, die Pferdekummets abbilden (siehe Arbeitsreihe „Virago“), oder sind als reales Objekt mit Epochytharz fixiert. Auf zusammengenähten Leinwänden brechen sich ihre fließenden Sprayverläufe an den Nähten des Stoffes.

Diese fallengelassenen Schmuck-und Statussymbole offizieller Männlichkeit legen Patriarchatskritik nahe, sind aber gleichzeitig orakelähnliche Zeichen zwischen Waffe und Schrift und bauen in diesem Sinne konzeptuelle Brücken zu der abstrakten Portraitreihe im Sinne benjaminscher Astrologiedeutung.

 

Portraits:

Nach über Jahre entstandenen Frauenportraits, größtenteils figürlichen Königinnendarstellungen, suchte ich nach einer Möglichkeit Portraits mit Hilfe astrologischer Diagrammatik zu malen.

Eine Reihe Einzel-und Gruppenportraits entstanden vor dem Hintergrund benjaminscher Horoskopdeutung, der darin die Reste des menschlicher Urvermögens mimetischer Weltaneignung sah, die den Säugling in seiner "originäre Ganzheit" im allerersten Zeitmoment, dem „initialen NU der Geburt, dem konstitutiven Akt der Leibwerung“, als spontane Angleichung an die Welt dazu befähigen den gesamten Kosmos in sich ab zu bilden. Der ursprünglichen Anverwandlung des "leibhaftigen Geistes, des Ingenium" an naturhafte Umwelt, entspricht indessen heute die Anpassung an die gesellschaftliche Dingwelt und ist in seiner ganzen Komplexität in unsere Sprache übergegangen.

Die zugrundestehende Gestirnskonstellation des Geburtsmomentes ist im Horoskop lesbar als Zeichenstruktur.

Zeichenstrukturen von Horoskopen mir wichtiger, in Kultur wirksamer Frauen, sind formaler Ausgangspunkt der Portraits. Neben Geburtsportraits, entstehen Solche in deren Flächen sich der Moment der Geburt und der des Todes überlagern, sowie Gruppenportraits fiktiver Begegnungen, wie ich sie interessant, bzw. erstrebenswert gefunden hätte.

Eine Dreiergruppe von Geburts-und Sterbe-Horoskop-Portraits weiblicher Rockstars: Janis Joplin, Mia Zapata und Ami Whinehouse, 27 jährig gestorben (Club der 27), fast einander jeweils Mutter und Tochter, verbinden sich mit dem Siebdruck Konterfei des gleichaltrigen Motorrades. Auf weiteren Siebdruckvorlagen überlagern sich die Zeichnungen ihrer drei Sterbehoroskope zu einem Gruppenportrait, welches in einer weiteren Arbeit als Digitalprint mir dem implantierten Gesicht von Simone Weil erweitert wird.

Betitelt werden alle Arbeiten mit den Initialen der Personen und dem entsprechenden Datum.

 

SM:

In allen meinen Werkgruppen gibt es Randerscheinungen, wo die feministische Tendenz der Arbeiten auf agressivere, im Rachemotiv beheimatete Ausdruckweise, basiert.

Z.B. verbinden sich die Bronzen der Krawatten mit einem ausgestopften Hermelin zu einer Wandskulptur, wobei, in Anlehnung an Sacher Masochs Schlüsselroman „ Venus im Pelz“ der Hermelinpelz als Ausdruck von Herrschaftsansprüchen der fetischisierten Frauen eine maßgebliche Rolle spielt.

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Vom Rand her durch die Zeit gesiebt mit Heldinnen, Gender und Motorrad

Virago, lat: heldenhafte, männlich kühn agierende Jungfrau, auch Mannweib oder Schlappschwanz.

Virago, die wilde androgyne Unschuld, das Erfolgsmodell einer japanischen Motoradserie wurde in den achtziger Jahren geboren. Geschlechtergrenzen bröckeln schon. Es passt gut in seine Zeit, zur Sehnsucht nach der verlorenen Unschuld der siebziger Jahre, ein wenig romantisches Nachglimmen in der postmodernen Kälte. Das Image von Wildheit und Freiheit ist schon auf die Zitatebene gerutscht, man lächelt bereits darüber und hat es dennoch ganz in sich. Vernünftig wird man noch lange nicht.

Zur gleichnamigen Ausstellung von Kerstin Schröder stellt nur das Logo auf der Einladungskarte eine Verbindung her. Hier trägt eine Skulptur diesen Titel, ein wirklichkeitsgetreuer Bronzeabguss eines altertümlichen ledernen Kummets. 

Ursprünglich als Joch Pferden über den Hals geworfen, zur maximalen Ausbeutung der Kraft des Tieres, lehnt er hier mit der ganzen Schwere seiner neuen bronzenen Hülle an der Wand.

Durch die unverkennbare Ähnlichkeit mit den Grundformen des weiblichen Geschlechts verschiebt die Skulptur die Frage nach der Machtbeziehung Mensch versus Kreatur zu der von Mann und Frau und assoziiert  am Rande die komplexe Metaphorik von Geburt,wenn man sie sich als kopfumschlingend vorstellt.

Eine weitere Zeitbrücke, von einer altenglischen Volkssage, über die späten achtziger Jahre bis heute, baut Kerstin Schröder mit einer Malerei die eine nackte Reiterin zeigt. 

Natürlich ist es die Legende von Lady Godiva, die im prüden England des 19. Jahrhunderts der ansonsten so zaghaften Malerzunft als willkommenes Alibi für erotische Frauendarstellungen diente.

Figur und Pferd sind bei Kerstin Schröder aber einem Foto von Nan Goldin entliehen, das Kate Moss als die besagte Heldin zeigt. Die eigentümliche Mischung aus Bild und Schrift suggeriert wahre Erzählwut. Autobiographische Fragmente eines lesbischen Bohème-Daseins im Berlin der ausgehenden achtziger Jahre scheinen das Motiv beinahe zu verschlingen.

Jungfräulich waren weder Lady Godiver noch ihr diesseitig verträumter Konterfei, aber heldenhaft bestimmt.

Heldenhaft in einer weiteren Arbeit aus Bronze präsentiert sich auch ein Highheel-Damenschuh, Größe 36, dessen dünner Absatz in den zum Schrei geöffneten Mund eines Männerkopfes sticht, während die Sohle die weiche fleischige Stirn malträtiert. 

Das Opfer ist ein alter Bekannter, eine von der Künstlerin verräumlichte Schreistudie Matthias Grünewalds.

"Es soll einfach nur weh tun", aber das glaubt mir keiner, na dann halt mit der ganzen Mitgift der S/M-Referenz, wenn sie sich so sehr aufdrängt. 

Highheels als Folterinstrumente zur Erhaltung, oder Wiederherstellung von Unschuld? Ist das heldenhaft?

Während in Schröders Atelier diverse Königinnen auf großen Formaten, wahrhaft souverän an den Wänden lehnen, ist dieser zentrale Aspekt ihrer Arbeit der letzten Jahre hier bewusst nur am Rande präsent. Queen Elizabeth I, die Königin der Königinnen, die Vergin Queen, ist in zwei Text-Bild Collagen gegenwärtig, einmal als Effegie, die Wachsfigur der Vergin Queen und als ein Filmstill von Sally Potters queer interpretierten Orlando Verfilmung (1992) in dem Quentin Crisp die alternde Königin spielt. Die maschinengeschriebenen Textsegmente erzählen auf beiden Bildern einen typischen Inselwitz der zeigt, wie das m